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Lehr- und Fersengeld auf dem Querweg

By 17. September 2018

Diese Wander-Geschichte auf dem Querweg von Freiburg nach Konstanz hat zwei Teile – ein abruptes Ende in 2017, ein Happy End in 2018. Und so kam´s dazu:

Teil eins, August 2017:

An Tag vier geht es nicht mehr: Meine Füße sind geschmückt mit Blasen und Druckstellen, das Wetterglück hat mich verlassen und ein Stück weit auch die Zuversicht, es bis zum Ziel zu schaffen. Für meinen Versuch, den rund 180 Kilometer langen Querweg von Freiburg zum Bodensee statt der vorgeschlagenen acht Etappen in deren fünf zu laufen, zahle ich Lehr- und Fersengeld.

An Tag eins starte ich früh morgens in Freiburg, über den Schlossberg und den Roßkopf geht es auf 18 Kilometern nach Buchenbach im Dreisamtal. Nach weiteren 21, zum Teil sehr steilen Kilometern erreiche ich mein Etappenziel Titisee – müde, aber stolz und beeindruckt. An Tag zwei wandere ich beschwingt durch die abenteuerliche Wutachschlucht, welch` überwältigende Urlandschaft: hochaufragende Felsen, rauschende Wasserfälle, Canyon-Feeling im Schwarzwald.

An Tag drei lasse ich Ewattingen und die Baar nur langsam hinter mir, staune über die filigrane Streckenkonstruktion der „Sauschwänzlebahn“ bei Blumberg und kämpfe mich eine Hochebene vor Engen hinauf, von der ich bereits den Bodensee erblicken kann. Nach 105 Kilometern an drei Tagen beende ich notgedrungen meine Wandertour in Engen. Die Füße schmerzen, können und wollen nicht mehr. Kleiner Trost: Zumindest die unterschiedlichen Landschaftsformen des Schwarzwalds habe ich durchwandert.

Teil zwei, August 2018:

Aber natürlich hat mich der Querweg nicht losgelassen: Ziemlich genau ein Jahr später mache ich mich per Bus auf nach Engen. Schnell kommen auch die Bilder des vergangenen Jahres wieder hoch, dieses Mal aber strahlt die Sonne vom Himmel und die Füße können kaum erwarten, endlich loszuwandern.

Im Hegau führt der Querweg durch die beeindruckende Vulkanlandschaft, die Kraft der Natur wird hier deutlich sichtbar an den hoch aufragenden (Vulkan-)Kegeln. Nach 26 wirklich schönen Kilometern erreiche ich meinen Etappenort Singen, pünktlich bevor ein Gewitter einsetzt.

Für den nächsten Tag habe ich mir nochmal ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Statt der geplanten zwei Etappen will ich in einem Tag bis Konstanz kommen – es gilt, 45 Kilometer zu bezwingen. Das Wetter jedenfalls zeigt sich wieder von seiner besten Seite. Über den Bodanrück geht es zum wunderschön gelegenen Mindelsee und schließlich nach Langenrain zum Überlinger See, dem nördlichen Arm des Bodensees. Das Gefühl, am herrlich glitzernden Wasser zu sein, beflügelt mich immer wieder. Und so erreiche ich – platt, aber auch unglaublich beschwingt – den Konstanzer Hafen und damit das Ende der Tour.

So wurden für mich aus einem Wanderweg zwei erinnerungswürdige Geschichten. Für alle, die lieber an einem Stück laufen: Orientiert Euch an den klassischen Etappenvorschlägen…!

ca. 180 Km, klassisch 7-8 Etappen von Freiburg nach Konstanz